Deutsche Regierung gibt den Türken nicht nach wenn es um Völkermord geht!

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Der Bundestag will eine gemeinsame Resolution von Union, SPD und Grünen beschließen, in der die Massentötung und Deportationen von Armeniern im Osmanischen Reich 1915 als Völkermord eingestuft werden. Die Türkei lehnt die Einstufung als Völkermord strikt ab. So kommentiert die deutsche Presse.

„Kritiker warnen berechtigt, mit der geplanten Abstimmung würden Türen zugeschlagen“

Handelsblatt: „Dass die türkische Zivilgesellschaft inzwischen das Armenierthema überhaupt diskutiert, ist nicht dem Druck des Auslands zu verdanken, sondern vor allem dem Schicksal des armenischen Bürgerrechtlers Hrant Dink geschuldet. Seine Ermordung 2007 durch einen türkischen Nationalisten wirkte wie ein Weckruf. Die Debatte wird durch Belehrungen wie die geplante Bundestagsresolution nicht gefördert. Das entkräftet auch das Argument, die Entschließung sei keine Anklage der Türkei, sondern in erster Linie eine Reverenz an die Armenier als Opfer dieser Verfolgungen. Doch gerade sie bekämen eine weitere Verhärtung als Erste zu spüren. Kritiker warnen, mit der geplanten Abstimmung würden Türen zugeschlagen und würde die geschichtliche Aufarbeitung der Tragödie in der Türkei behindert. Diese Befürchtung ist berechtigt.“

„Endlich endet die diplomatische Rücksichtnahme auf die Türkei“

Neue Osnabrücker Zeitung: „Diese Resolution ist überfällig: Mehr als 100 Jahre danach verurteilt der Bundestag in dieser Woche die Massaker an den Armeniern als Völkermord. Endlich werden die Vorgänge beim Namen genannt, endlich endet die diplomatische Rücksichtnahme auf die Türkei, die die Massaker in den Jahren 1915 und 1916 zwar nicht leugnet, aber nicht von einem Genozid sprechen will. Die Regierung in Ankara sollte die Resolution des Bundestages nicht als Brüskierung sehen, sondern als Ansporn, sich der Geschichte zu stellen. Letztlich führt ohnehin kein Weg daran vorbei, die Gräueltaten im Osmanischen Reich gründlich aufzuarbeiten. Je eher dies geschieht, desto besser für die Türkei und ihr Ansehen in der Welt.“

Dalai Lama zur Flüchtlingskrise: „Deutschland kann nicht arabisch werden“

Tibetan spiritual leader the Dalai Lama talks with journalists in Geneva

 

Der tibetische Dalai Lama ist wahrscheinlich der bekannteste Flüchtling der Welt. Während des Tibetaufstands 1959 floh er vor der Verfolgung durch die chinesische Regierung nach Indien und hat seither keinen tibetischen Boden mehr betreten.

Zur europäischen Flüchtlingskrise hat Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama, eine klare Meinung – die viele überraschen wird.

Er hält eine Begrenzung der Flüchtlingszahlen in Europa für notwendig und moralisch vertretbar, sagt er in einem Gespräch mit Journalisten der „FAZ“ im nordindischen Dharamsala.

„Deutschland ist Deutschland“

Zwar hätten Bessergestellte eine Verantwortung, Flüchtlingen zu helfen. Doch sei deren Zahl etwa in Deutschland inzwischen zu hoch, sagte er.

„Deutschland kann kein arabisches Land werden. Deutschland ist Deutschland“, sagte Gyatso.

Aus moralischer Sicht sei es richtig, Flüchtlinge nur vorübergehend aufzunehmen, sagte der Dalai Lama. „Das Ziel sollte sein, dass sie zurückkehren und beim Wiederaufbau ihrer eigenen Länder mithelfen.“

Der Dalai Lama ruft allerdings dazu auf, nicht die gesamte islamische Welt aufgrund der traurigen Ereignisse zu verurteilen, die von einer kleinen Gruppe ausgeht.

„Es sind muslimische Individuen und kleine Gruppen, die sich in ihren eigenen Ländern gegenseitig umbringen. Schiiten, Sunniten. Sie repräsentieren nicht den gesamten Islam und nicht alle Muslime.“

„Bösartige Leute gibt es auch bei Buddhisten, Christen und Juden“

Auch im Islam sei wie in jeder Religion die Kernbotschaft die Liebe. „Bösartige Leute gibt es auch bei den Buddhisten, den Christen, den Juden und den Hindus.“

Mit Blick auf seine Heimat äußerte der 80 Jahre alte Religionsführer die Hoffnung, „vielleicht in ein paar Jahren“ zumindest für einen kurzen Besuch nach Tibet zurückkehren zu können.

Der Wandel in China stimme ihn trotz der Repressionen in Tibet zuversichtlich. Als bemerkenswert hob er hervor, dass Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping den Buddhismus mehrfach als wichtigen Teil der chinesischen Kultur bezeichnet habe.

Über den Streit mit der chinesischen Führung über seine Reinkarnation sagte der höchste Mönch im tibetischen Buddhismus: Die Entscheidung, ob es auch in Zukunft einen Dalai Lama geben werde, hänge allein von dem Willen der Tibeter ab.

Erste Gespräche darüber sollten schon in diesem Jahr geführt werden. Zugleich sagte er, es wäre ihm lieber, „wenn die Tradition des Dalai Lamas mit einem solch populären und recht guten Dalai Lama“ wie ihm selbst enden würde.